das Goldene Kind

In unbeschreiblich fernen Weiten,

an Orten, die noch nie besungen,

sind die schönen, goldnen Zeiten,

seit Äonen schon verklungen.

Die zerklüftete Ödnis wurd durchkämmt,

die Bewohner stetig nahrungssuchend,

zerbrochen ist ihr Volk in Stämme,

und ihr Gedankengut verrucht.

Inmitten dieser tristen Trauer,

ward einmal ein Kind geboren,

welches in nur kurzer Dauer,

erlangte, was der Rest verloren.

So tatenfroh wie jüngst kein Zweites,

ein Geist so scharf wie Klingenschneid,

Charme war für es stets ein Leichtes,

Besonnen lebte es im Leid.

Und war der Winter wieder härter,

säumten Statuen die Straßen,

doch dieses Kind wuchs immer stärker,

ließ sich vom Schnee niemals begraben.

Und war der Sommer wieder heißer,

und ließ die Menschen ausgedörrt,

so lebte es ein wenig leiser,

um die Schwachen nicht zu stören.

Drum war es kaum verwunderlich,

dass es bereits in jungen Jahren,

das Oberhaupt des Stammes wurde,

um seiner Leute Glück zu wahren.

Doch hatte es schon lang Visionen,

Die wie pure Ekstase schienen

wie sehr würde es sich doch lohnen,

schlössen alle Völker Frieden.

Der ganze Stamm zog bald hinfort,

zog staubwirbelnd durch die Wüste,

suchend nach dem Rest des Volks,

Dreck und Blut an ihren Füßen.

Sie stießen bei den Mächtigen

auf Unverständnis, Spott und Hohn,

nur die Armen und Geächteten,

sind zuhauf mit ihnen geflohen.

Sie nannten es das Goldne Kind,

so wie das, was es versprach:

Die Zukunft bringe Kraft und Sinn,

Für Menschen aller Stämme Art.

Und alsbald wurd die Masse größer,

Ein Meer aus Hunger und aus Hoffnung,

Angeführt von ihrem Erlöser,

stießen sie schon bald ihr Joch um.

Denn das Meer begann zu tosen,

rasend gegen ihre Führer,

sie hätten sie ja angelogen,

doch nun schienen sie viel klüger.

Verbrannt wurden die Oberhäupter,

geschlachtet alle in Kontrolle,

Denn nur als freie, gleiche Leute,

lebten sie bis in die Vollen.

So war das Volk endlich vereint,

gewonnen war jedoch nicht viel,

so machte man sich schnell bereit,

Das Land erneut zu überziehn.

Es formten sich rasch neue Städte,

Der Fortschritt hielt fortan den Einzug,

Man schuf sich eine Etikette,

das Leben schien geprägt von Reichtum.

Das goldne Kind saß auf dem Thron,

herrschte stets gerecht und gütig,

bekam nun den gerechten Lohn,

doch wurde trotzdem niemals müßig.

Die Jahre strichen in das Land,

es formten sich neue Begehren,

und so wurde irgendwann bekannt,

man möchte seine Freiheit ehren.

Ein Feiertag sollte entstehen,

mit Festessen, Gesang und Wein,

Nur blieb man an der Frage kleben,

welches Datum würde es sein?

Für viele war es der Moment,

in dem der Staat gegründet wurde,

für sie sei es leicht zu erkenn‘,

dass hier der Grund besteht zum Jubeln.

And’re gaben zu verkünden,

dafür gäbe es nur eine Wahl,

der Geburtstag des erlauchten Kindes,

denn durch es wurden Träume wahr.

Sie diskutierten laut und lang,

stritten plötzlich über Vieles,

schnell lag es klar auf der Hand,

wie viel Wut sich verbarg in ihnen.

Und leider liegts in der Natur,

von allen Menschen, Jung und Alt,

sie bleiben störrisch, stelln sich stur,

da wurden Freudenzeiten kalt.

Längst hatten sie es vergessen,

was sie hatten, welche Rechte,

die Straßen fingen an zu brennen,

und mancher Bürger wurd zum Schlächter.

Im Schatten dieser Feuerbrunst,

bestehend aus kochenden Köpfen,

floh das Kind, voller Verdruss,

Und schwor sich, nie wieder zu schöpfen.

Einsam zog es durch den Staub,

ein armes Kind, die Augen offen,

wie es einst hatte geglaubt,

so konnte es nicht mal mehr hoffen.

Die Jahre war’n ins Land gezogen,

Das greise Kind, beinah zerbrochen

Die Sonne brannte heiß von oben,

des Kindes Herz so hart wie Knochen.

Da stieß es auf alte Ruinen,

abgeschmirgelt durch den Sand,

die einst wohl gewaltig schienen,

größer als alles, was es gekannt.

Schweigend voller Schreck und Staunen,

Durchlief es die alten Gemäuer,

wessen Werk war’n diese Bauten,

und der Zerstörer, welches Ungeheuer?

Und wie es beinah schon gedacht,

dieser Ort sei längst vergessen,

rüstete es sich zur Nacht,

und erhaschte den Geruch von Essen.

Stirnrunzelnd stakste es umher,

die alten Glieder voller Staub,

Da fand es, gar nicht weit entfernt,

Die Tür zu einem kleinen Haus.

Ein Kreis voll Männer, Alt und Jung,

saßen drinnen im Kerzenschein,

Wie sie das greise Kind erhaschten,

baten sie es flugs herein.

„Komm, und setz dich bitte zu uns,

bleib nicht in der Kälte stehn,

Dich interessiert nicht mehr die Zukunft

willst wohl wissen, was hier geschehn.“

Und das Kind lauschte bedächtig,

Was in der Ödnis einst floriert

von Städten, die so groß und prächtig,

Selbst Gott war von ihnen pikiert.

Bis er schickte in seinem Zorn,

Wahnsinn in brave Bürgerköpfe

Sodass diese fast sofort,

aus der Gewalte Tiefen schöpfen.

Da musste das Kind lauthals lachen,

bevor es trüb zu Boden sank,

Warum, trotz aller schönen Sachen,

wird jeder Mensch irgendwann krank?


Vor 4 Jahren war das noch mein Meisterwerk. Jetzt hingegen schäme ich mich schon fast dafür, damals mit einem solchen Konzept so stümperhaft umgegangen zu sein, und musste schon wieder einiges anpassen, bevor ich mich überhaupt ansatzweise traue es zu veröffentlichen. Fairerweise muss man sagen, dass ich mich durch die fehlende Geschlechtsnennung der zentralen Figur selbst stark in meiner Wortwahl eingeschränkt habe, was gleichzeitig aber auch einer der zentralen Aspekte dieses Gedichts ist. Denn jeder kann, ungeachtet seiner äußeren Merkmale zum Helden werden. Und jeder Held weiß, dass es am Ende doch nichts bringt, dass ein Happy End eigentlich nur eine Fortsetzung bedeuten kann, bis alles irgendwann zerstört ist, und man zu müde ist, um weiterzukämpfen. Nur um dann von Marvel oder Disney wieder ausgegraben zu werden, diesen kreativ bankrotten Irrenhäusern. In jedem Fall wünsche ich euch viel Spaß mit diesem Versuch eines kleinen Epos meinerseits.

gezeichnet,

kamtschattka

Das Eingestehen der eigenen Dummheit

Ich bin kein Mensch, der sich gerne mit Attributen schmückt, vor allem nicht mit positiven. Ich halte es schlicht und ergreifend nicht für meine Aufgabe, mich selbst zu beschreiben, wenn es doch das Recht eines Jeden ist, seine eigene Meinung über mich zu bilden; abgesehen davon sagen Taten bekanntlich mehr aus als tausend Worte. Eine Angewohnheit, die ich jedoch seit ich denken kann mit mir rumtrage, und zu der ich felsenfest stehe, ist meine Unfähigkeit in Sachen Technik.

Dabei ist es nüchtern betrachtet eigentlich gar nicht so schlimm, wie mancher vielleicht nun denken mag, schließlich habe ich meinen Informatikkurs in der Uni bestanden (Wenn auch vermutlich nur, weil die Klausur dank Covid online abgehalten wurde), ziehe mir regelmäßig Musik von Youtube aufs Handy, habe erfolgreich Mods für Fallout New Vegas installiert, und bin in der Lage, mich relativ sicher durch Internet und Computer bewegen, wenn auch nur mit größter Mühe. Gleichzeitig habe ich ständig Internetprobleme, ganz gleich, wie leistungsstark und konstant die Bandbreite eigentlich ist, und lasse Computer und Handy in erschreckender Geschwindigkeit langsam werden, weshalb die Vorstellung, eine eigene Website aufzubauen und zu betreiben, für mich ebenso wahrscheinlich schien wie die „Sternennacht“ perfekt zu kopieren. Ich hatte bereits in der fünften Klasse eine Drei in Kunst.

Aber wie man sehen kann, ist sie trotzdem hier. Und der Prozess ist irgendwie eines der coolsten Dinge, die ich mich je getraut habe. Leider ändert das nichts an der Tatsache, dass ich wie bereits erwähnt ein Riesenidiot bin, und deswegen dauert es einfach ewig länger. Zwei Jobs und der Wunsch nach einem Mindestmaß an Sozialleben helfen da auch nicht unbedingt. Plus der Schlafmangel. Und der Stress. Und die Faulheit. Und und und…

Aber egal. Worum genau geht es hier eigentlich? Nun, ich will meine Reise zur rudimentären Beherrschung des Webdesign irgendwie festhalten. Zeigen, wo ich Hürden hatte, wo es vielleicht sogar ganz gut lief, die Frustrationen und die Glücksgefühle. Denn wie es sich herausstellt, kann man Beiträge editieren.

16.07.2025 – 5:30

Ja, die Uhrzeit ist echt mies. Es ist Mittwochmorgen, und ich habe heute frei, weil ich einige Termine zu erledigen muss, zu denen ich nun völlig übermüdet auftauchen werde. Aber ich konnte mal wieder nicht schlafen, weswegen ich beschloss, weiter an meinem Baby zu werkeln, bis mir auffiel, wie weit ich doch eigentlich schon gekommen war. Naja, eigentlich nicht, aber es fühlt sich so an, wenn man so blöd ist wie ich.

17.07.2025 – 17:30

Uuund gleich nach diesem Absatz bin ich wieder abgedriftet… Jetzt habe ich ein wenig mehr Energie. Also weiter im Text.

Der einfachste Teil war natürlich das Kaufen. Mit nur ein paar Klicks hatte ich mein sauer erspartes Geld einem Webhosting-Provider in den Rachen geschmissen, und saß anschließend erst einmal ziemlich verwirrt da. Ich wollte unbedingt WordPress für das Design verwenden, und zwar nicht .com, sondern .org, weil ich mir wohl irgendetwas beweisen musste, was, wie sich am Ende herausstellte, meine grenzenlose Inkompetenz war. Denn selbst, wenn der Entwickler von wordpress.org mir versichert, das Setup wäre in 5 Minuten machbar, ist es für mich wie schwarze Magie, in ein paar Zeilen Code hineinzuschlüpfen und minimale Änderungen durchzuführen. Was genau der Unterschied zwischen wordpress.com und wordpress.org ist? Ehrlich gesagt, weiß ich es selber nicht genau, es hieß nur, dass .org gratis ist und man deutlich mehr Freiheit hat. Aber im Endeffekt musste ich mir (glaube ich) nur einen .com Account erstellen, der ebenfalls gratis war, bevor ich die Vorzüge meiner Geldverbrennung genießen konnte, nämlich vom Provider integriertes WordPress. Was genau ich jetzt hier mache? Keine Ahnung. Aber es funktioniert für den Moment.

Als ich nun also endlich Zugriff auf meine Tools hatte, sah ich als erstes das:

Was für ein Albtraum für mich. Woher soll ich denn jetzt genau wissen, was für meine Zwecke wichtig ist? Es war mittlerweile wieder mitten in der Nacht, und ich hatte ehrlich gesagt keine Geduld mehr auf die künstlich aufgesetzte Euphorie der Tutorials, die ich mir reinziehen musste, um überhaupt hierher zu gelangen. Also begann ich das zu tun, was den Menschen in seinem ewigen Streben nach mehr Wissen eigentlich ausmachte, und klickte einfach wahllos herum, unterbrochen von Raucherpausen auf dem Balkon.

Irgendwann verstand ich den Zweck der Themes, den darstellerischen Baukästen, und suchte mir innerhlb von knapp zwei Minuten ein akzeptables heraus. Das hatte zweierlei Effekt; zunächst wurde natürlich das entsprechende Theme angezeigt. Gleichzeitig starrte mir ein dämlicher „Hello World“ Beitrag entgegen.

Jetzt konnte ich also auch endlich irgendetwas in den digitalen Orbit schmeißen. Theoretisch könnte ich die Reise damit hier beenden, wenn ich keine Ansprüche hätte, leider habe ich die, also löschte ich den Platzhalter, und erstellte meinen ersten richtigen Eintrag – ein Gedicht der Sorte „seit Jahren fertig, ganz in Ordnung“. Damals, als ich noch auf Instagram gepostet habe, wäre es wohl eins meiner besten Stücke gewesen. Doch Zeiten ändern sich.

Es war an diesem Punkt, dass mir wirklich klar wurde, dass ich eine funktionale Website hatte, und jeder Mensch auf Erden, der ihre URL richtig eintippte, sie auch sehen konnte. Keine Accounterstellung, kein Herunterladen einer von Echsenmenschen kontrollierten Applikation. Einfach nur das gute alte Internet.

Also nahm ich sie sofort offline, um meine Ruhe zu haben, bis ich soweit bin, und ging ins Bett.

Seitdem werkele ich hin und wieder ein wenig daran, stümperhaft und unüberlegt. So hatte ich mich beispielsweise tagelang hatte ich mich gefragt, wie ich die Beitragsvorschau austricksen kann, weil sie mein halbes Gedicht spoilerte. Irgendwann beschloss ich, einfach selbst Intros zu schreiben, passte die Länge exakt an, um es witzig klingen zu lassen. Bis ich dann im Beitragsfenster den Abschnitt „Textauszug“ fand, und mir erneut saumäßig blöd vorkam. Aber ich war schließlich daran gewöhnt. Ich klickte mich weiter durch die Wonderblocks, durch den ewig langen Reiter, den ich oben bereits zeigte, erstellte endlich Kategorien, und fügte meine ersten eigenen Bilder ein. Leider gibt es so etwas wie Copyright, und ich will mich damit absolut nicht anlegen, weshalb ich mir neulich auf unkonventionelle Weise Adobe Lightroom herunterlud, um mit genug Genie und Wahnsinn ein paar frankensteinische Konstruktionen zu erstellen, die diese Regeln umgehen. Toll, ein weiteres Programm dass ich lernen muss. Aber es ist immer noch tausendmal besser, als KI zu benutzen und zuzugeben, jegliches Talent und jeden Funken Kreativität für die Fähigkeit, Befehle an eine seelenlose Maschine zu erteilen, einzutauschen. Also werde ich das jetzt erstmal tun. Plus im Hintergrund weiter an der Struktur arbeiten. Plus noch ein paar Sachen hochladen. Ach, wann hat das alles ein Ende?

27.07.2025 – 15:15

Rückschlag. Anstatt mich auf das Design meiner Website zu konzentrieren, habe ich beschlossen, an meinen Videoeditierfähigkeiten zu arbeiten, weil ich die Leute ja auch mit irgendetwas hier herkriegen muss. Also startete ich vorhin voller Frohmut DaVinci Resolve 18, und wollte meine mit viel Liebe und Scham auf dem Handy gedrehten Videos einfügen. Stattdessen starrte mir nur folgender Bildschirm entgegen:

Mein erster Gedanke?

„Ach, bestimmt weil die Auflösung nicht passt. Dann geh ich die schnell ändern.“

Also mal wieder ein kurzes Tutorial geguckt, in dem mir gesagt wurde, ich müsse eine neue Timeline kreieren, und kann dann darin die Auflösung durch das Setzen eines einzigen Hakens in einer Box vertikal spiegeln.

Meine Version hat diese Box nicht.

Tja, und weil ich nicht herausgefunden habe, wie man DaVinci 18 Updatet, habe ich also stattdessen DaVinci 20 heruntergeladen. Mit Installation, Faulheit etc. wieder ne halbe Stunde weg.

Aber jetzt konnte ich wenigstens die Box ticken, und alles wird wieder in Ordnung sein.

Tja, denkste. Gleiche Anzeige, gleiches Problem. Übrigens, der Ton funktioniert, weswegen ich mir also bei jedem Versuch, das Ganze zum Laufen zu kriegen, mein eigene Dummschwätzerei in Kombination mit diesem ekelhaften rot geben kann. Ein wirklich gelungener Sonntagnachmittag.

Als nächstes hieß es dann von den Internetgurus, dass meine zu bearbeitenden Dateien einfach nicht richtig in die Ordnerstruktur des Programms verlinkt wurden. Die Schritte, die sie weniger als 2 Minuten gekostet haben, haben aber auch nicht funktioniert. Ich kriege langsam einen absoluten Koller, so viele Kippen kann ich gar nicht rauchen, um da ruhig zu bleiben.

Mittlerweile wühle ich mich abwechselnd durch Forumbeiträge, den virtuellen Innereien meines Rechners oder den mannigfaltigen Einstellungen des angeblich besten und einsteigerfreundlichsten Videoschnittprogramm.

Gerade eben habe ich erfahren, dass die Videos, die ich zur besseren Zurschaustellung meiner Scheiße in Ultra-HD aufgenommen habe, eine Bildfrequenz von 28,53/s besitzen. Laut DaVinci ist das Projekt auf 29,97/s eingestellt. Aber wie ich diese Worte schreibe, merke ich, dass auch das Bullshit ist, weil die Bildschirmaufnahmen aus Counterstrike, die ich vor Jahren mal reingehackt hatte, um die abendlichen Gaming-Sessions mit den Kumpels mit ein paar Memes ausgeschmückt zu verewigen, 60 Bilder die Sekunde hatten. Und die gingen auch einwandfrei.

Egal, probieren kann ich es trotzdem.

Super. Egal, was ich gemacht habe, jetzt ist es noch schlimmer, denn ich habe auch keinen Ton mehr. Gott, es ist zum Verzweifeln.

Ich gehe jetzt eine rauchen, und dann schreibe ich an irgendetwas anderem weiter, damit ich mir vorgaukeln kann, nicht den kompletten Nachmittag mit dieser Scheiße verschwendet zu haben.

Vielleicht sollte ich doch einfach CapCut nehmen, wie das gemeine Volk.

gezeichnet,

kamtschattka

*Update* – 19:45

Es lag am Videoformat. DaVinci Resolve hat einen eingebauten HVEC-Konverter (oder sowas), die Gratisversion eben nicht, weshalb die ganzen Gurus mit ihren High-End-Computern und Lizenzen gar nicht auf die Idee kamen, so etwas zu berücksichtigen. Alles was gefehlt hat war ein Plug-In, das früher komplett Standard war, heute hingegen im Microsoft Store auf einmal 99 Cent kostet. Mag vielleicht nach nicht viel klingen; Abzocke ist es trotzdem.

Aber! Jetzt klappt es zumindest auf einer fundamentalen Ebene. Qualitätsverluste durch mehrfaches Hin- und Herschieben sowie meinen fehlenden Editierkünsten sind natürlich nicht auszuschließen, und eigentlich sogar zu erwarten, zumindest in der Anfangszeit. Gleichzeitig kann ich die Scheiße nun endlich als abgehakt betrachten, und habe währenddessen sogar noch eine phänomenale Seite zum Herunterladen von Videos gefunden. Keine Werbung, keine Viren, so wie das Internet eigentlich sein sollte. Das hat mir dann doch nochmal ein wenig Hoffnung für die Zukunft gegeben.

14.08.2025 – 18:45 Uhr

Endlich habe ich mal wieder genug gemacht, um davon zu berichten. Videos schneiden ist momentan komplett auf Eis gelegt, wer weiß ob ich die nicht einfach verwerfe. Schreiben tue ich ab und zu, aber nur an meinem Roman, zudem tippe ich auf Arbeit gelegentlich ein paar neue Zeilen für Gedichte oder Songtexte aufs Handy. Wer weiß, wo die alle landen werden. Doch genug davon, denn ich bin nach Arbeitsende mit viel wichtigeren Dingen beschäftigt, und zwar mit Bildbearbeitung.

Am Ende ist es doch GIMP geworden, nicht die gekrackte Version von Lightroom. Adobe ist nämlich, wer hätte es gedacht, ein gutes Stück schlauer als ich. Piratensicher.

Open Source Programme haben allerdings, und das muss man lobend festhalten, ein wunderbar weitreichendes Netzwerk aus Foren und Videos, die mir jeden noch so banalen Handgriff detailstgetreu beschreiben können. Da kann die Bedienung noch so „unintuitiv“ sein, wie mir mein Büronachbar erklären wollte. Grüße gehen raus.

Aber was genau wollte ich denn nun damit erschaffen? Zuallererst einmal den Hintergrund der Website. Was ihr da seht, an den Rändern dieser Zeilen, habe ich mit Blut, Schweiß und Tränen in einem sehr skurillen Programm zusammengebastelt – Allein um das Pfadtool richtig zu verstehen, habe ich fast zwei Stunden gebraucht, und in diesem Moment ist es auch, abgesehen von einigen anderen rudimentären Funktionen wie Schneiden, Rotieren, Bewegen oder einfache Farbanpassungen, meine einzige Waffe im Kampf gegen das Urheberrecht. Glücklicherweise kann mein technischer Mangel mit dem in mir natürlich residierenden Irrsinn ein wenig ausgeglichen werden. Marijuana und gute Musik helfen ebenso ungemein, aber ganz ehrlich, wann tun sie das nicht?

Und es wird, Stück für Stück. Mit jedem Tag finde ich mehr Puzzleteile, die in meinem Geiste irgendwie ein wenig Sinn zu erscheinen geben, jeden Abend setze ich mich hin und schneide etwas aus, skaliere es, und pack es h

Ja, und wenn ich noch ein wenig besser bin, kommt auch noch mehr aus der GIMP-Stube. Artwork für Beiträge, n Header… Jedenfalls macht es momentan extrem viel Spaß, den Mist zu lernen, so frustrierend er auch ist. Denn beim gelegentlichen Rauszoomen und Betrachtens dieses „Gemäldes“, an dem man da gerade bastelt, es einfach ein paar Sekunden auf sich wirken lässt; ich bin ehrlich, da wird man schon ein wenig stolz. Auf die Kreativität, die Arbeit, den Willen, sich hinzuhocken und was zu erschaffen. Nicht das es irgendeine Offenbarung oder so wäre, aber eben… meins. Hoffentlich fühlt es sich genauso in 1000x besser an, wenn ich mal (irgendwie, irgendwo, irgendwann) ein gebundenes Werk von mir aus einem Regal ziehen darf.

So, jetzt habe ich schon wieder den ganzen Abend mit allen möglichen Sachen verbracht, und nur ab und zu ein paar Sätze hier verfasst. Es ist jetzt 22:30. Das sollte einen gewissen Eindruck über mich vermitteln, denke ich mal. Macht damit was ihr wollt.

gezeichnet,

kamtschattka

03.11.2025 – 7:30

Es ist ziemlich lange her, dass ich mich hier habe blicken lassen. In der Zwischenzeit habe ich zwei Jobs gekündigt und bin umgezogen (neben einigen anderen Dingen), was nicht heißt, dass ich nicht genug Zeit gehabt hätte, um mich ein wenig um dieses Projekt zu kümmern; die Motivation hingegen… das war eine andere Sache. Zu viel ist in meinem Kopf herumgespukt, zu ausgelaugt mein Geist. Das Schreiben habe ich schleifen lassen, und war an manchen Tagen so weit davon entfernt, dass es sich nicht mal mehr wie ein Teil meiner Persönlichkeit angefühlt hat.

Jetzt aber habe ich mich wieder ein wenig stabilisiert, und wurde durch das Anmelden an meiner neuen Uni auch dazu gezwungen, mich häufiger meinen technologischen Dämonen zu stellen. Wer kommt auf die Idee, Multifaktorauthentifizierung für das Anmelden im Studentenportal pflichtig zu machen, und stellt dann noch nicht einmal eine eigene Lösung parat? Richtig, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen. Muss wohl eine dieser Dinge sein, die nur Top 100 Unis machen, aus… Gründen.

Jedenfalls habe ich in all dem Trubel das Hintergrundbild fertig gemacht und halbwegs gecropped an seinen rechtmäßigen Platz gepackt. Es gibt genug Sachen im Backlog, um mich erstmal um meine berufliche Zukunft zu kümmern, während ich die Welt mit meinem Gebrabbel versorge, und bis auf eins, zwei kleine Knackpunkte denke ich, kann ich die Website bald veröffentlichen. Jetzt muss ich mich also nur noch trauen, wieder auf Instagram zu posten. Vielleicht hole ich mir heute eins von diesen dämlichen Ringlichtern, und dann kann es eigentlich auch schon losgehen.

Kann man sich irgendwo Mut kaufen? Ne, aber antrinken. Was weiß ich, im Endeffekt wird es vermutlich eh niemanden interessieren, was ich hier tue, außer mir selbst und ein paar Bekannten, die nett zu mir sein wollen. Und gerade deswegen sollte ich es tun.

gezeichnet,

Kamtschattka

Prometheus

Prometheus

Wenn das Leben zu kalt ist, muss man sich das Feuer eben selbst nehmen…

Als andere Kinder dem Spielen fröhnten,
Saß ich nur am Ofen, und lauschte dem Dröhnen,
Die wallende Glut und das ewige Knistern,
Waren mein Lichtblick, im Leben so finster.

Stahlgrauer Rauch, und Nachtschwarze Kohlen,
Haben mir seither das Herz gestohlen,
Und wie ich nun aufwuchs, fand ich zu Stärke,
brenne seitdem nur für meine Kunstwerke.

Schütte die Scheite in meinen Kamin,
Lasse den Rauch durch die Lüfte ziehn,
Das Feuer, es atmet, verschlingt mit mir Luft,
Zwei warme Gestalten in kalter Gruft.

Dunkelbraun brutzelt das Hack in der Pfanne,
Und ist erst der letzte Rest Farbe von dannen,
Verschling ich die Schöpfung, trocken und bitter,
Während die Wände vom Rauchmelder zittern.

Benzintropfen glitzern wie tausende Perlen,
Wenn ich sie nachts an die Häuserwand werfe,
Vom Duft berauscht zieh ich ein Streichholz hervor,
Vernehme das Zischen, die Schreie im Ohr.

Laufe hinein in die sengenden Flammen,
Umarme die Leute, wir sterben zusammen,
Vermische die Farben zu einem Gemälde,
Und fahre zum Himmel, in säuselnden Schwelen.

Wenn ich ehrlich sein will, bin ich mittlerweile schon wieder daran, dieses Stück zu überarbeiten. Ein paar Zeilen und Wortwahlen sind ganz gut, keine Frage, aber es wirkt noch ein wenig… seelenlos. Ich meine, man versteht sofort, worum es geht. Das ist nicht das Problem. Aber es könnte noch abstrakter geschrieben sein, schließlich ist die Metapher im Titel schon eindeutig genug, und eigentlich sind die Reime zum Teil auch ziemlich billig. Also warum poste ich es hier?

Ganz einfach: Es passt in meinen aktuellen persönlichen Rahmen. Es ist gut genug, um es anderen zu zeigen, aber nicht so gut, dass ich mir Sorgen machen muss, es von irgendwem geklaut zu kriegen. Nein, die wirklichen Juwelen halte ich versteckt, bis ich irgendetwas Richtiges auf die Beine stellen kann, das war schon damals so, in den ersten Anfängen meines Instagram-Accounts, und es wird auf unbestimmte Zeit auch so bleiben. Außerdem wollte ich es ja eh überarbeiten. Und vielleicht entspricht die neue Version dann vollends meinen Ansprüchen.

Aber schreib mir doch gerne einen Kommentar, was du von den eben gelesenen Zeilen hältst. oder meiner Veröffentlichungspolitik. Ich brenne förmlich darauf, von dir zu hören.

Gezeichnet,

Kamtschattka